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Pressespiegel 2009



Rhein-Zeitung vom 08.08.2009

Clown-Doktoren freuen sich über Preisgeld

KOBLENZ. Als Leo Bassi am Finalabend des Gauklerfests den Lebenswerk-Preis "Goldener Arsch mit Ohren" erhielt, gab er das Preisgeld gleich weiter an die Westerwälder Clown-Doktoren (die RZ berichtete). Gabi Cadenbach und Karin Simanowski nahmen - natürlich in Verkleidung - die 500 Euro dankend aus den Händen von Dr. Frank Tiedemann entgegen, dem Vorsitzenden des Fördervereins Kultur im Café Hahn, der den Preis vergibt. Die Clown-Doktoren besuchen ehrenamtlich Kinder in Krankenhäusern der Region. "Der schönste Lohn für alle sind strahlende Kinderaugen, das Lachen und dankbare Eltern", sagt Cadenbach.



Rhein-Zeitung vom 04.08.2009

Das Duo Ass-Dur siegt im Gaukler-Finale

Musikcomedy schlägt Trampolin - Jonglage schlägt frechen Klomann - Kleinkunstfestival endet mit starker Show - Lebenswerk-Preis an Leo Bassi

Der Bi-Ba-Butzemann und seine ästhetisch-kulturelle Genese in der abendländischen Musikhistorie der vergangenen drei Jahrhunderte: Unter anderem mit dieser urkomischen Musikcomedy-Nummer verwies das Duo Ass-Dur seine Mitstreiter im Finale des 18. Koblenzer Gauklerfests auf die Plätze. Auf der Hauptbühne des Festivals wurden die Preisträger gekürt - unter ihnen die Clown-Legende Leo Bassi.

KOBLENZ. Mit einem stimmungsvollen und hochkarätig besetzten Finale ist das 18. Internationale Koblenzer Gaukler- und Kleinkunstfestival zu Ende gegangen - oder, um es mit den Worten der Sieger zu sagen: "Es war das krasseste Wettbewerbsfinale, das wir je erlebt haben."

Dominik Wagner und Benedikt S. Zeitner müssen es wissen. Denn die beiden Mitglieder des Musikcomedy-Duos Ass-Dur, die diese Worte kurz nach dem Finale in ihr Blog im Internet getippt haben, sind bereits vielfach preisgekrönt. Dennoch haben sie "extrem euphorisch" den mit 2500 Euro dotierten ersten Preis des Koblenzer Gauklerfests entgegengenommen.

Gut drei Stunden Bühnenunterhaltung lagen da hinter Akteuren und Publikum, genial moderiert von den Koblenzer Comedy-Rentnern Willi und Ernst (Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum). Eine Fachjury hatte das gesamte Fest über alle Künstler bei ihren Auftritten auf den Bühnen und Spielflächen der Altstadt beobachtet und die sieben Finalisten ausgewählt. Zwischen Comedy und Artistik, zwischen skurrilem Humor und intelligentem Witz bot das Finale einen guten Querschnitt durch das Programm des Wochenendes.

Preise für die Walk-Acts

Zu dem gehören unverzichtbar die Walk-Acts, von denen zwei mit Sonderpreisen - dotiert mit jeweils 500 Euro - ausgezeichnet wurden. Für staunende Kinder- und Erwachsenenaugen hatte Jochen der Elefant gesorgt - der Mini-Dickhäuter auf seinem Dreirad wird vom Diplom-Puppenspieler Matthias Trautmann ferngesteuert.

Den zweiten Sonderpreis nahm das Stehaufmännchen Monsieur Culbuto vom Straßentheater-Ensemble Dynamogène aus Nimes in Frankreich entgegen.

Zu einem Lebenswerk-Preis von einigem Renommee hat sich der "Goldene Arsch mit Ohren" entwickelt, den der Förderverein Kultur im Café Hahn vergibt. War es vor zwei Jahren mit Jango Edwards schon eine Clownlegende, die sich in die schmucke Siegerliste eintragen durfte, so folgte diesmal Leo Bassi - und der ist kaum weniger provokativ und polarisierend, dabei jedoch von großer psychologisierender Wirkung und einer fast philosophischen inhaltlichen Tiefe. Sein Auftritt in der Gauklergala am Samstagabend wurde mit etwa so vielen Buh-Rufen wie Applaus quittiert. Zur Entgegennahme des Preises im Finale erschien Leo Bassi dann jedoch nicht mit Honig übergossen und gefedert, sondern im traditionellen Harlekin-Kostüm: "Das ist das Kostüm meines Großvaters, eines Zirkusclowns. Es ist Ausdruck der langen Tradition von Clowns, in der ich stehe", sagte er. Und gab das Preisgeld in Höhe von 500 Euro gleich an ganz besondere Kollegen weiter: an die Westerwälder Clowndoktoren, die unter anderem im Kemperhof den kranken Kindern fröhliche Momente schenken.

Rhein-Zeitung 2009 - Ass Dur

Von denen bot auch das Gauklerfinale einige, dass sich Ass-Dur schließlich durchsetzen konnten, verdanken die beiden Berliner Musikstudenten Dominik Wagner und Benedikt S. Zeitner ihrer seltenen Fähigkeit, musikalisches Können mit Unterhalterqualitäten zu einem niveauvollen Programm zu vereinen. Da wird der Bi-Ba-Butzemann durch die klassische Musik zwischen Mozart und Beethoven durch die Musikgeschichte dekliniert, bis am Ende ein modernes, atonales Klang-Monstrum entsteht. Da ziehen sich die beiden Protagonisten während sie ein Medley spielen um, und streuen Flachwitze ein: "Was ist gelb und kann nicht schwimmen?" - "Ein Bagger!" - "Warum nicht?" - "Hat nur einen Arm!"

Rhein-Zeitung 2009 - Le Bo TrioLe Bo Trio vor Dave Davis

Auf den zweiten Platz (dotiert mit 1500 Euro) sprang das Le Bo Trio, das aus der Brüsseler Zirkusschule hervorgegangen ist. Die drei jungen Herren mixen als Neandertaler verkleidet und Keulen schwingend Jonglage mit Trampolin-Artistik.

Rhein-Zeitung 2009 - Dave DavisIhnen folgte auf Platz drei (1000 Euro) Dave Davis, der als Toilettenmann Motombo Umbokko Lebensweisheiten und herrlich hintergründige Komik verbreitete - vor allem über "die Deutschen", deren Dialekte der fröhliche Rheinländer mit ugandischer Abstammung genial imitiert.

Das Finalprogramm komplett machten die technisch atemberaubenden jungen Diabolo-Jongleure der MHD-Crew aus Taiwan, die Rollschuh-Akrobaten der Fast Fat Company, die Breakdancer von High Energy und der von der Waldorfschule gestählte Stand-up-Comedian Horst Fyrguth.

Tim Kosmetschke
Fotos: Annette Hoppen



Rhein-Zeitung vom 04.08.2009

Preis für Leo Bassi

Gauklerfest-Finale: Clown-Legende ausgezeichnet

KOBLENZ. Mit dem Finale und der Vergabe des Lebenswerk-Preises "Goldener Arsch mit Ohren" an die Clownlegende Leo Bassi ist das 18. Koblenzer Gauklerfest zu Ende gegangen. Den ersten Preis belegte das Musikcomedy-Duo Ass-Dur, das sich vor den Trampolin-Jongleuren vom Le Bo Trio und Komiker Dave Davis platzierte.

Rhein-Zeitung 2009 - Leo Bassi

Leo Bassi (links) nahm den Lebenswerk-Preis im Harlekin-Kostüm von Frank Tiedemann entgegen - Willi und Ernst gratulieren.

Foto: Annette Hoppen

 



Rhein-Zeitung vom 03.08.2009

Koblenz etwas vorgegaukelt

Altstadt verwandelte sich am Wochenende in ein großes Freifluft-Varieté - Mix aus Artistik und Komik

Wenn Elefanten in der Koblenzer Altstadt Fahrrad fahren, Revolverhelden im Entenpfuhl ihren Colt zücken und es trotz strahlenden Sonnenscheins auf die Schirme zweier britischer Touristen Bindfäden regnet, dann kann das nur eines bedeuten: Die Gaukler sind los!

KOBLENZ. Zwischen Cowboy-Heldentum und düsterer Science-Fiction-Szenerie liegen beim 18. Koblenzer Gaukler-Festival nur ein paar Schritte: Wie die finsteren Gesetzlosen aus dem australischen Actionfilm "Mad Max" rattern The Wastelanders am Samstagnachmittag auf ihren gigantischen Müll-Gefährten - zusammengeschweißt aus den Resten der modernen Zivilisation - über den Jesuitenplatz.

Rhein-Zeitung 2009 - The Wastelanders

Düstere Gestalten der Zukunft: The Wastelanders ratterten mit ihren aus Müll zusammengeschweißten Science-Fiction-Gefährten über den Jesuitenplatz.

Die abgewrackten Piraten der Zukunft holen das 22. Jahrhundert in die Altstadt, während das 19. Jahrhundert vom Entenpfuhl Besitz ergreift. Unerschrockene Halunken, Banditen, denen der Colt ebenso so locker sitzt wie das Mundwerk, lassen keinen Zweifel aufkommen: Hier geht es tatsächlich zu wie im Wilden Westen.

Wieder einmal sind es eben solche "Walk Acts", das fahrende Volk also, die die Menschen zum wahrscheinlich größten rheinland-pfälzischen Freiluft-Varieté besonders in ihren Bann ziehen. Das (Luxus-)Problem dabei: Auf dem Weg über die Plätze und Gassen der Altstadt weiß mancher Schaulustige bisweilen gar nicht, von wem man sich als Nächstes in den Bann ziehen lassen soll. Denn die Gaukler haben tatsächlich die gesamte Altstadt fest im Griff.

Lebendiger Stehaufmann

Rhein-Zeitung 2009 - Monsieur CulbutoAuf der Firmungstraße etwa kugelt sich Monsieur Culbuto als lebendiges Stehaufmännchen in Richtung Görresplatz - und versetzt mit seinem Kunststück, die Schwerkraftgesetze auszuhebeln, vor allem viele Kinder ins Staunen. Vor der Liebfrauenkirche manövriert sich indessen ein kleiner Elefant auf seinem Dreirad wie von Geisterhand gesteuert durch die Menschenmassen. Dass Puppenspieler Matthias Trautmann das Gefährt fernnavigiert und das Rüsseltier sogar per Mikro sprechen lässt, bemerkt kaum jemand - so geschickt hält sich Trautmann im Hintergrund.

Rhein-Zeitung 2009 - Michael BanksEnglische Komik bestimmt derweil das Geschehen um die und vor der Liebfrauenkirche. Auch hier brutzelt am Samstag die Sonne, doch Michael Banks und Corinne D'Cruz lassen es trotzdem regnen - denn von ihren Regenschirmen plätschert das Wasser (dank eingebauten Wassertanks in den Koffern, die die beiden hinter sich herziehen) pausenlos nur so herab. Typisches britisches Inselwetter eben.

Typisch für das Gaukler-Festival ist dagegen der besondere Mix aus Walk-Acts, aus Straßen-Jonglage, aber auch aus einem Bühnen- und Platzprogramm, das - wie vor der Liebfrauenkirche - oft Humor und Akrobatik in exzellenter Weise miteinander vereint. Perfekte Balance zwischen Comedy und Artistik zeigen hier Herr Schultze und Herr Schröder vom Wallstreet Theatre.

Gaukler-Gala ausverkauft

Sich verschaukeln und vergaukeln lassen: Zu vorgerückter Stunde ist das dann auch wieder auf dem Schulhof des Görres-Gymnasiums möglich. Erstmals wird hier ein Eintrittsgeld erhoben. Dem Andrang tut das aber keinen Abbruch - im Gegenteil: Schon eine Stunde vor Beginn der Gaukler-Gala ist diese bereits so gut wie ausverkauft.

Annette Hoppen
Fotos: Annette Hoppen


Rhein-Zeitung vom 03.08.2009

Auch Elefanten gaukelten in Koblenz

Rhein-Zeitung 2009 - Jochen, der ElefantMit dem großen Finale ist gestern Abend das 18. Internationale Gaukler- und Kleinkunstfestival in Koblenz zu Ende gegangen. Das ganze Wochenende über lockten Jongleure, Artisten und Komiker aus aller Welt in die Koblenzer Altstadt. Vor allem die Walk-Acts zogen das Publikum in ihren Bann. Für staunende Gesichter sorgte etwa ein kleiner Elefant auf seinem Dreirad, der sich wie von Geisterhand gesteuert durch die Menschenmassen manövrierte und sogar plauderte.

Foto: Annette Hoppen

 


Rhein-Zeitung vom 01.08.2009

Gaukler erobern wieder die Altstadt

Rhein-Zeitung 2009 - Maxim, Duo KrimsMit der Varietégala auf der Zeltbühne hat am Freitagabend das 18. Koblenzer Gaukler- und Kleinkunstfestival begonnen. Bis Sonntagabend gibt es ein hochkarätiges, internationales Programm auf acht Bühnen in der gesamten Altstadt. Am Samstag beginnt das Programm um 16 Uhr, am Sonntag bereits um 14 Uhr. Erstmals wird für die Abendshows auf dem Görres-Schulhof Eintritt genommen. Die Abendkassen öffnen jeweils um 18 Uhr. Auf dem Foto balanciert Maxim vom russischen Duo Krims auf Kegeln und Kübeln (weitere Berichte folgen).

Foto: Hoppen